Der Ursprung von Waldbaden

Wolltest du immer schon wissen, woher WALDBADEN eigentlich kommt?

In diesem Beitrag erfährst du, was es mit dem Begriff WALDBADEN auf sich hat und welches Volk schon vor über 2500 Jahren über die heilsame Wirkung des Waldes Bescheid wusste.

Ein Bad im Wald?

Wenn du bei WALDBADEN an eine große Badewanne mitten im Wald denkst, muss ich dich enttäuschen. Denn das wäre natürlich auch eine wunderbare Vorstellung und ist bestimmt sehr entspannend und wohltuend!

Das Wort Waldbaden leitet sich von dem japanischen Begriff „Shinrin Yoku“ ab, was übersetzt so viel wie „Eintauchen in die Waldatmosphäre“ bedeutet. Unter Waldbaden versteht man das bewusste Eintauchen in die Atmosphäre des Waldes mit dem Ziel, sich zu entspannen und seine Gesundheit zu stärken.

Mit unserem herkömmlichen „baden“ oder „schwimmen“ hat Waldbaden also nichts zu tun. Aber genauso, wie du vielleicht in einen naturbelassenen See eintauchst, um dich zu erfrischen, kannst du auch in die Atmosphäre des Waldes eintauchen.

Was die Atmosphäre des Waldes ausmacht

Der Wald ist ein hoch komplexer Lebensraum, in dem alles miteinander verbunden ist. Bei den Pilzen, die du besonders im Herbst am Waldboden entdecken kannst, handelt es sich nur um den Fruchtkörper. Der Großteil des eigentlichen Pilzes befindet sich unterirdisch und kann sich als Geflecht über mehrere hundert Meter erstrecken. Bäume und Pilze leben für gewöhnlich in einer Symbiose und tauschen über dieses Geflecht Nährstoffe aus. So wird der Wald zu einem großen Netzwerk aus Bäumen und Pflanzen.

Aber auch über die Luft sind die Pflanzen miteinander vernetzt. Sie stoßen Moleküle – sogenannte Terpene – aus, um miteinander zu kommunizieren und zum Beispiel andere Bäume vor Schädlingsbefall zu warnen. Diese Terpene sind Bestandteil der Waldluft und wirken positiv auf unser Immunsystem, wenn wir sie einatmen.

Wenn du gerne im Wald bist, ist dir sicher auch schon aufgefallen, dass im Wald eine ganz besondere Atmosphäre herrscht. Und dazu tragen auch die angenehme Geräuschkulisse, die verschiedenen Grüntöne und die Abwesenheit des Alltags bei. Denn wenn wir Menschen in den Wald gehen, betreten wir diese Atmosphäre und werden auch ein Teil davon.

Japaner als Vorreiter in Sachen Waldbaden-Forschung

Wenn es um den Ursprung von Waldbaden geht, wird meist Japan angeführt. Bereits 1982 bewarb das japanische Ministerium für Land- und Forstwirtschaft „Shinrin Yoku“ im Rahmen einer Gesundheitskampagne. Waldbaden wurde somit offiziell als gesundheitsfördernde Praxis anerkannt und wird in Japan bis heute teilweise sogar von Krankenkassen unterstützt.

In weiterer Folge entstanden zahlreiche Studien zur heilsamen Wirkung des Waldes. Ein internationaler Pionier was Waldmedizin betrifft, ist Professor Qing Li von der Nippon Medical School in Tokio.

In einem seiner Forschungsprojekte1 untersuchte er den Effekt des Waldes auf unser Immunsystem. Und die Ergebnisse können sich sehen lassen! Bereits nach einem ausgiebigen Wald-Spaziergang hatte sich die Anzahl der natürlichen Killerzellen im Blut nachweislich erhöht. Und diese erhöhte Aktivität hält bis zu sieben Tage an!

Die natürlichen Killerzellen sind ein wesentlicher Bestandteil des menschlichen Immunsystems. Sie sind dafür verantwortlich, schädliche Viren, Bakterien oder potenzielle Krebszellen zu zerstören. 

Zwei ganze Tage in einem Waldgebiet können die Anzahl der natürlichen Killerzellen um mehr als fünfzig Prozent steigern. Dieser Effekt hält sogar bis zu dreißig Tage an!

Kein Wunder, dass aufgrund dieser bahnbrechender Forschungsarbeit Japan immer wieder als Vorreiter für Waldbaden angeführt wird. Aber auch in anderen asiatischen Ländern wird bereits seit einigen Jahrzehnten Waldbaden praktiziert, in Südkorea zum Beispiel unter dem Namen „Sanlimyok“. Doch der eigentliche Ursprung liegt in einem anderen asiatischen Land.

Ursprung in China

In China wusste man bereits vor über 2500 Jahren über die gesundheitsfördernde Wirkung der Wälder Bescheid. Durch Qigong-artige Übungen wurde das „Qi“ (die Lebensenergie) des Waldes aufgenommen. Die Praxis wird in China und Taiwan bis heute „Senlinyu“ genannt. Das chinesische Waldbaden zielt darauf ab, durch Körper- und Atemübungen einen Ausgleich zwischen Körper, Geist und Seele zu schaffen und die Lebensenergie zu fördern.

Egal, ob in Asien oder in Europa – es ist kein Geheimnis, dass ein Wald-Besuch positive Effekte auf unser Wohlbefinden hat. Wenn du herausfinden möchtest, wie du die heilsame Wirkung des Waldes für dich nützen kannst, lade dir jetzt meinen kostenfreien Waldbaden-Guide als PDF herunter!

1 Qing Li und Tomoyuki Kawada, Effect of forest environment on human immune function (2013)